Es ist kaum zu glauben, aber es ist mittlerweile mehr als 30 Jahre her, seit ich mit „1001naht“ begonnen habe. Zu Beginn der 90er Jahre erging es mir wie so vielen Ostdeutschen - als studierte Außenhandelskauffrau wurde meine damalige Wirkungsstätte zerschlagen und abgewickelt. Angesichts drohender Arbeitslosigkeit oder sinnleerer ABM-Maßnahmen entschloss ich mich, mein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und wagte mit dem Beginn einer selbständigen Tätigkeit den Sprung ins Haifischbecken des Einzelhandels im Zentrum West-Berlins. Mit Hilfe meiner Familie und Freunden eröffnete nach einem kurzen Crashkurs in Sachen „Patchwork“ und „textile Gestaltung“ nahe dem Kudamm in der Damaschkestraße 33 ein für Berlin neu- und einzigartiges Patchwork Geschäft unter dem Namen „Werkladen“. Mit viel Elan und Anstrengungen mauserte es sich alsbald zu einer angesagten Adresse und Anlaufpunkt für alle, die Nähen und Gestalten mit Soffen als Hobby ausübten. Mit einem umfangreichen Stoff- und Zubehörsortiment aus aller Welt, zahlreichen Kursen und Veranstaltungen konnte alsbald ein wachsender Stamm an Kunden und Interessenten gewonnen werden. Auch die etwas später erfolgte Namensänderung zu „Tausend und eine Naht“ beförderte den Erfolg des Geschäfts. Es war dennoch ein Kraftakt mit Höhen und Tiefen, den ich damals als Mitte Vierzigjährige ohne Wenn und Aber durchzog. Im Jahr 2005 gab es dann eine einschneidende Veränderung. Der tägliche Arbeitsweg von meinem Wohnort im Süden von Berlin wurde mit rasant zunehmenden Stauverhältnissen auf den Straßen Berlins zu einer überbordenden Belastung. Täglich von Montag bis Samstag 2-mal täglich 60 km mit dem Auto durch die Großstadt waren einfach zeitlich und gesundheitlich nicht mehr verhältnismäßig. Was tun war die Frage. Das Geschäft, meine Kunden und alles drumherum waren mir ans Herz gewachsen und es war einfach keine Option, damit Schluss zu machen. Die Lösung sollte schließlich eine örtliche Veränderung sein. Nach einigem Suchen ergab sich eine Chance nur 12 km von meinem Wohnort entfernt in Königs Wusterhausen, dem heutigen Standort von „1001naht“. Es war eine riskante Entscheidung, denn es war völlig unklar, ob trotz guter Anbindung mit S- und Regionalbahnanschluss und wachsendem Zuzug in den „Speckgürtel“ Berlins meine Berliner Stammkunden und ausreichend „Neue“ aus dem Umfeld nach Königs Wusterhausen das Geschäft annehmen würden. Nach Umzugs- und Eröffnungsstress war es nochmal wie ein Neuanfang, der funktionierte und bis heute eine Erfolgsgeschichte geblieben ist. Immer noch kommen Kunden aus der Berliner Zeit zu mir und es gibt zahlreiche „Neue“, die durch die Existenz des Geschäfts „Nähen“ entdeckt und durch vielfältige Kursangebote neue Techniken erlernt und sich damit ein schönes Hobby angeeignet haben. Wir haben gemeinsam mit ihnen tolle Veranstaltungen organisiert, unsere Hoffeste mit zahlreichen Ausstellern und Modenschauen sind ebenso unvergesslich geblieben wie auch zahlreiche Vernissagen mit Ausstellungen von Künstlern und Kundenobjekten in unserer kleinen Galerie. Regelmäßige Treffen von Kursgruppen erfreuen sich ebenso der Beliebtheit wie die „Feriensticheleien“ für Schüler, unsere nächste Generation von Nähbegeisterten.
Unser Motto hieß und heißt „Nähen verbindet“ - im doppelten Sinne der Worte - und das soll auch weiterhin so bleiben!
Dazu bedarf es jedoch erneut einer Veränderung. Für mich ist nämlich nach den mehr als 30 Jahren im Geschäft die Zeit gekommen, loszulassen und mein Lebenswerk zu übergeben. Das ist jedenfalls meine Hoffnung – ob sie sich erfüllt bleibt unklar. Ich suche deshalb seit einiger Zeit Interessenten für die Fortführung des Geschäfts, bisher ohne Erfolg. Denjenigen, die Interesse zeigten fehlte es entweder an der Branchenkenntnis, am Mut oder der erforderlichen Finanzierung für ein solches Vorhaben. Nicht zuletzt erweist sich auch der zeitliche Aufwand den man für das erfolgreiche Betreiben eines Einzelhandelsgeschäfts aufbringen muss als Hindernis. All diese Probleme standen 1994 auch vor mir, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Es wäre sehr schade und ein Verlust für alle Kunden, wenn „1001naht“ für immer schließen müsste.
Sollten Sie, die diese Zeilen gelesen haben, selbst an einem eigenen Geschäft interessiert sein steht Ihnen mit „1001naht“ in Königs Wusterhausen ein eingeführtes Geschäft zur Verfügung, das Sie nahtlos weiterbetreiben können. Geben Sie die Information auch gerne weiter oder melden sich einfach bei mir im Geschäft. Ich begleite Sie gern bei „Ihrem“ Neuanfang.
Jutta Neubert, Inhaberin von 1001naht
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen
Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.